Sonntag, 1. April 2012

Feedback: Lesung

Letzten Dienstag war ein deutscher Schriftsteller namens Christian von Aster am Liceo zu Besuch. Ich bin grundsätzlich immer sehr skeptisch eingestellt, wenn eine Lesung stattfindet, obwohl man mich eigentlich relativ schnell mehr oder weniger überzeugen kann, aber nur weil ich froh um jede Abwechslung bin in meinem öden Schulalltag. Vielleicht hat es auch mit der letzten Lesung zu tun, bei der mich Pedro Lenz sehr positiv überrascht hat. Zugegeben, viele Schweizer Autore sind nun mal einfach todlangweilig, jedenfalls war das mein Eindruck nach den neun Jahren Volksschule.

Ohne grosse Erwartungen sass ich im Saal, einfach nur glücklich mich nicht im Mathematikunterricht langweilen zu müssen.

Mein erster Eindruck? Nun gut, ich dachte, er habe einen tollen Hut. Das schreibe ich jetzt nur, da ich weiss, dass er das lesen wird. Aber in Wirklichkeit machte ich grosse Augen, als der Mann zu lesen begann. Was für eine Stimme! Wir wissen ja alle, dass die Deutschen nicht so lahm sind wie wir Schweizer - zumindest beim sprechen - doch ich hing vom ersten Wort an sofort an seinen Lippen. Vermutlich hat es auch damit zu tun, dass ich selber singe und mich auch gesprochene Sprache wie Singen beeindrucken kann, oder besser gesagt, eine gute Sprechstimme ist vielleicht sogar eine Art Gesang.

Eigentlich wollte ich schreiben was mir am besten gefiel, doch ich kann mich nur noch wirklich an die Gedichte erinnern, was wahrscheinlich auch etwa das gleiche ist. Seit ich meine eigenen Lieder schreibe, neuerdings auch auf Deutsch, interessiere ich mich sehr für die Dichtkunst. 'Falsch' angewendete Silben - vor allem in Liedern - gehen mir nicht aus dem Kopf und tun mir im Ohr weh. Herrn von Aster's Gedichte waren sehr schön. Ich genoss es, seinen Worten zu folgen, die er zu lustigen, aber auch spannenden Geschichten zusammenfügte.

Nun, es war nicht meine Absicht, so positiv von der Lesung zu berichten, trotzdem fällt mir im Moment nicht wirklich Negatives dazu ein. Ich bin mir voll und ganz bewusst, wie sehr ich wie ein Arschkriecher töne, musste aber schon ein wenig schmunzeln, als er sagte, sein Ziel sei, Schüler, die normalerweise Lesungen Scheisse finden, richtig überzeugen zu können, sodass sie seine 'geil' fänden.

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