Sonntag, 25. März 2012

Gedicht 'Prometheus' in Mundart

Vätunklä dä Himml
Mit schwarze wulchä
Wänns dr froid macht Zois
Riiss Bärgä ii
Wiä n buäb wo mit m mässr spilt
Abr mis Land und mini Hütte
Wo d niid sälbr bout häsch
und mich doch eh nur drum beniidsch
Musch staa laa

Ich känn nüüt Ärmers, nüüt Behindärtrs
Uf därä Wält als oi Göttr
Ir ernäred oi jämmerlich
Vo Stüürä
Und Gebät
Hämmigsloos nämädr Chind
Bättlr, Pennr und Tummchöpf uus

Woni no es Chind xii bi
Und no nüüt vom läbä tschäggt ha
Ha ni zu oi uägluegt
Glaubt und ghofft das Öppr mis chlagä ghöört
Ständig ha ni bi oi nachämä Härz xuächt
Es Härz wi miis
Und tänkt es wür sich öppr für mich intressiärä

Händ iir miir jemals ghulfä
Wär hät mich us de Gfangäschaft
Vo chrankä Psüchopatä und Sklavähändlr befreit
Du weisch gnau das ichs alläs sälbr gmacht ha
Ich ha glittä wi blöd
Und miis Härz isch schiär druffgangä
Und was händ iir gmacht
Fuuli Seck sindr

Warum sött ich dich respektiere
Häsch du jemals miini Schmerzä glinderet
Häts diich übrhaupt kratzt miich liidä zxee
Häsch jemals d Tränä beachtet
Wo i Strömä über miis Xicht gloffä sind

Iir händ gnau nüüt dezuä biitreit
Das ich n Maa wordä bi
Nur d Ziit, d Schmärzä und s Schicksal
Miini Härrä wo sogar au übr diir stönd

Häsch wüki tänkt ich väziä mi
Nur wil nijd alles so gloffe isch winis welä ha
Ich bi käs chind me
Miini Jugendtroim sind echo lang lang platzt

Drum hock ich ez da und mach sälbr Mänsche
Mänschä
Wo sind wi iich
Si xeend us wi iich
Liidäd wi iich
Brüäläd wi iich
S Läbä gnüüssäd und sich froiäd wi iich
Mänschä
Wo dich verachtäd und nüüt vo oi haltäd
Wi iich



Sonntag, 18. März 2012

Rückblick (Die Leiden des jungen Werthers)

Es fällt mir nicht leicht, meine Gedanken über dieses Buch zu ordnen. Einerseits finde ich den Aufbau und die Struktur sehr 'schön', andererseits war es teilweise auch sehr mühsam für mich zu lesen, da mir solche Gedankengänge und Vorstellungen, wie die, des Werthers, recht fremd sind. Ich wüsste vermutlich nicht, wie mit so dauernd jammernden Menschen umzugehen. Ich bin grundsätzlich auch eher emotional veranlagt, finde es aber trotzdem nur noch lächerlich und lästig, wenn jemand wie Werther seine Erlebnisse und Gefühle so schildert.

Dennoch bin ich sehr beeindruckt von Goethes Schreibstil und Ideen. Manche Textpassagen, wie zum Beispiel, der Beschrieb des Wetters, sind gewaltig. Er schreibt von Gottes Schöpfung und deren Pracht, später aber dann vom Himmel als ein ewig wiederkäuendes Ungeheuer. Ich habe beim Lesen oft gemeint, ich begreife und empfände ein Teil von Goethes Freude an der Schreibkunst.

Was mir auch besonders gefallen hat, ist der Übergang zur Erzählung aus seiner Perspektive. Ich habe mir den Schluss nicht recht vorstellen können, da ich zwar von seinem tragischen Ende wusste, mir aber nicht vorstellen konnte, wie Goethe das lösen wollte.

Ich schreibe selber oft Gedichte und Songtexte und bin daher sehr interessiert an Werken alter Meister. Meine Lieder sind meist sehr emotional und ich sympathisiere auch mit Menschen, die zu ihren Gefühlen stehen, aber wenn ich ehrlich bin, kam ich beim Werther an meine Grenzen. Er ist viel zu egoistisch und völlig verblendet, von seinen Vorstellungen. Trotzdem gab mir die Geschichte sehr zu Denken, da es wohl Millionen von Menschen gibt, die so Leiden wie der junge Werther, wenn nicht schlimmer, und so finde ich Werthers Suizid umso egoistischer, denn meiner Meinung nach gibt es immer Leute, denen es noch schlechter geht. Daher ist der Selbstmord für mich eine Art Flucht und Aufgeben, keine Lösung.

Sonntag, 4. März 2012

Antwort auf Werthers Brief vom 27. Julius

Mein lieber Freund,

Lange ist es her, seit ich das letzte Mal solch freudige Worte von dir vernommen habe. Ich bin zutiefst gerührt, dass dein Herz endlich ein Platz in Gottes herrlichen Schöpfung gefunden hat. So wünsche ich dir viel Erfolg und fiebere mit dir. Geniesse jeden Augenblick, wenn der Himmel die Erde berührt und schliess die Momente und Erinnerungen in die tiefsten Tiefen deiner Seele und deines Herzens ein, sodass sie dir kein böser Mensch rauben kann. Gib jedoch Acht, dass du ihr nicht zu sehr verfällst, denn wisse: Sie könnte dein kleines Herzchen innerhalb weniger Augenblicken zerreissen. Trotzdem viel Glück und weiterhin Gottes Segen auf deinem Weg. Komme heil zurück und grüsse Lotten von mir.