Thematische Zusammengehörigkeit
Um einen Text zu verstehen, ist der Leser auf Hinweise angewiesen. Man findet viele Anhaltspunkte, seien es thematische, Verknüpfungs- oder Rahmenhinweise. Sie sind alle für das Verständnis beim Lesen zuständig und signalisieren, wovon der Text handelt.
Ein roter Faden, entstehend durch einen guten Textzusammenhang, ist Voraussetzung für ein gutes Textverständnis.
Drei wichtige Punkte für den Leser sind die Wahrnehmbarkeit, die Sprachlichkeit und die Vertrautheit mit dem Inhalt. Hier drei Beispiele zur genaueren Erläuterung:
Wahrnehmbarkeit
Schweinegrippe: Erobert die Pandemie die Schweiz?
Begegnen wir diesem Bild in der Zeitung, wissen wir sofort, um was sich der Text handelt. Wir als Leser stossen sofort auf die wichtigsten Begriffe und können uns den Zusammenhang erschliessen. Deshalb ist das jeweilige Umfeld, die Platzierung und Form eines Artikels für den Leser von grosser Bedeutung.
Sprachlichkeit
Ein gutes Beispiel dafür liefert ein Gedicht. Meistens erkennt man ein 'normales Gedicht' ziemlich schnell, ohne dass man auf dem Buchdeckel den Titel 'Gedichte' gelesen hat. Es hat mit der Sprachlichkeit zu tun, also der Schreibstil. Ganz typisch sind zum Beispiel Reime oder nicht vollständige Sätze.
Er war – und wie, bewegungslos
Nach letztem Hauche-Seufzer
Die Hülle lag, uneingedenk,
Verwais't von solchem Geiste:
So tief getroffen, starr erstaunt
Die Erde steht der Botschaft.
(Goethe - Der fünfte Mai)
Bei so einem Text zum Beispiel, sieht man sofort, dass man ein Gedicht vor sich hat.
Vertrautheit
Stellen Sie sich vor, sie begegnen diesem Schild in einem Laden. Sie merken, ohne nachzudenken, dass der gewünschte Artikel in Aktion EUR 9.90 kostet. Mit dem Erscheinungsbild sind wir so vertraut, dass ein kurzer Blick genügt, um den jeweiligen Text einzuordnen.

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